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 34. Ultramarathon: Schefflenzer Ultralauf, 100 Km

                                Start und Ziel in Allfeld 

                                  am 01. Juni 2013 

 

                                               Vorgeschichte:

 

Der Schefflenzer Ultralauf ist noch relativ neu und findet heuer erst zum 3. Mal statt. Berichte von Kameraden und die Steppenhahn - Homepage, die in der Ultramarathonszene ein fixer Begriff ist, machten mich auf diese Veranstaltung aufmerksam. Kurz vor dem Jahresende 2012 habe ich mich angemeldet. 

Es ist ein Einladungslauf und die Gesamtteilnehmerzahl ist auf 200 begrenzt. Vier verschiedene Streckenlängen werden angeboten: 100 und 50 Km als Läufe, Marathon sowohl als Lauf - und Walking/Nordic Walkingwettbewerb und ein Halbmarathon, der den Walkern vorbehalten bleibt.

                                              01/06/2013:

Für das verlängerte Wochenende haben sämtliche Wetterberichte viel Regen vorausgesagt und es wurde sogar gebietsweise vor Unwettern mit Erdrutschen und Hochwasser gewarnt. Weil auf der Vereinshomepage nichts von einer Absage verlautbart wird, nehme ich an, daß die Veranstaltung auch stattfindet. Ich beschließe, auf einen möglichen PW zu verzichten, in meinem eigenen Bett zu schlafen und erst in der Früh anzureisen. 

Ich steige ziemlich genau um 2 Uhr in mein Auto und fahre über Ulm und Stuttgart nach Heilbronn, dort verlasse ich die Autobahn und fahre an Bad Friedrichshall vorbei zum Startort Allfeld. Weil es während der Fahrt zwischendurch nur ein bißchen getröpfelt hat, keimen gewisse Hoffnungen auf, daß es so bleibt... .

Auf dem Parkplatz treffe ich auf Bernd und seine Huskyhündin Sarja. Kurz nach 5 Uhr betrete ich die Sporthalle und sehe Karlheinz, einen weiteren Bekannten, beim Frühstück sitzen. Man konnte es zu einem moderaten Preis von 3 € vorbestellen. Die Auswahl ist groß.

Nach dem Abholen der Startunterlagen gehe ich hinaus zum Auto zum Umziehen. Die Hoffnungen haben sich leider nicht erfüllt, es regnet ziemlich stark. Die Temperatur läßt aber nach meiner Meinung eine kurze Hose zu. 10 min vor dem Start um 6 Uhr wird eine kurze Ansprache abgehalten und die Beschilderung vorgestellt. An neuralgischen Punkten hat man zusätzlich den Schriftzug: Stop! Läufer zurück! angebracht. Dadurch findet wohl Jedermann den Weiterweg und ins Ziel zurück. Man kann auch den Ausdruck Idiotensicher dazu sagen. 

Die 100 Km - Strecke wird in 2 Runden absolviert. 22 Teilnehmer und eine Radbegleitung finden sich an der Startlinie ein, laut Startliste sollten es eigentlich 25 sein. Die 50 sowie 42 Km starten um 8 Uhr und die Halbmarathonis gehen um 9 Uhr auf die Reise. 

Die ersten Km führen in südlicher Richtung über einen Höhenweg entlang der Schefflenz. Sie ist aus dem Wald heraus nicht zu erkennen. Sie mündet in die Jagst und diese in den Neckar.

Ich werde alsbald nach hinten durchgereicht, 4 Mitstreiter bleiben aber mal in Sichtweite. Es folgt ein langgezogener Anstieg und inzwischen schüttet es wie aus Kübeln. Oben komme ich aus dem Wald heraus auf eine freie Fläche. In den Feldern und Wiesen haben sich Lachen und Tümpel und auf dem Weg Sturzbäche gebildet. Kilometerangabe gibt es alle 5 Km. 

Der 1. Vp ist in Bernbrunn bei Km 7. Ich halte mich nur kurz für eine Trinkpause auf und marschiere weiter. Nach einer kurzen Teerpassage geht es durch eine Wiesensenke und dann folgen mehrere Km auf Teer in Richtung Allfeld, aber dann westlich daran vorbei. Die Halbmarathonstrecke mündet hier ein, was man an den grünen Schildern erkennen kann. Für die Ultrastrecke(n) hat man Rot und für den Marathon Blau gewählt.

Bei Km 11 wechselt der Untergrund auf Kies und ich marschiere auf den 2. Vp (1 km weiter) zu. Auf der rechten Seite 50 m daneben befindet sich der nächste, beide werden von Mitgliedern des Lauftreffs Asbach betreut. Die Durchgangszeit wird aufgeschrieben, mit meiner bin ich recht zufrieden.

Wir müssen allerdings jetzt eine 7 Km lange Schleife zwischen den Vp zurücklegen. Sie führt fast nur durch Wald. 

"Zurück" am 3. Vp treffe ich auf einen Mitstreiter, der offenbar aufhören will. Da muß bei dem frühen Zeitpunkt schon ein triftiger Grund vorliegen. Etwa 10 min nach meinem Weitergehen bringt ihn ein Helfer mit einem Kleinbus nach Allfeld.

Ein Berg muß überwunden werden und beim Abstieg über eine langgezogene Serpentine sehe ich nochmal die 3 vor mir liegenden Läufer, sie gehen schon den nächsten Aufstieg an. Der Regen mutiert nur kurze Zeit zum Nieseln, dann folgt der nächste Dusch -/Waschgang.

Danach geht es nach Sulzbach hinunter, ich komme an die Hauptstraße und muß sie nach 250 m daran entlang überqueren. Es folgt ein kurzer, schmaler, besonders sumpfiger Fußpfad, der in eine Nebenstraße mündet. Nach einer 90° - Kurve erreiche ich Vp 4. Danach zweigt der Halbmarathon ab.

Auf Teerbelag wird das Dorf verlassen und es geht in einen Wald hinein. Kurz vor dessen Ende biege ich in eine Kiesstraße ein und nach ein paar hundert m ist die Rundenhälfte hinter mir.

200 m danach erreiche ich eine Querstraße, überwinde den nächsten Berg und dann geht es langgezogen leicht bergab in Richtung Billigheim.

Eine mir nachfolgende Läuferin läßt mich ganz kurz stutzig werden, es kann aber eigentlich noch nicht sein, daß ich schon eingeholt werde. Nach einem Rechtsschwenk über eine Wiese auf das Gewerbegebiet zu stelle ich fest, daß sie umgedreht hat.

Der nächste Vp ist in einem Autohaus untergebracht und so haben die hier eingeteilten Helfer das große Los gezogen, es ist warm und trocken. Man zückt die Kamera, ich weise darauf hin, daß ich nicht gerade fotogen bin. Das wird allerdings ignoriert... .

Nach dem Verlassen des Autohauses folgt ein buckliger "Viertelbogen" um den Ort und ich erreiche eine Kapelle am Waldrand.  Im Wald muß ich eine eher unfreiwillige Pause für ein Bedürfnis einlegen und erst nach etwa 10 min kann ich weitermarschieren. Bald darauf passiere ich die 30 Km - Marke und wieder kurze Zeit später überholen mich die Spitzenläufer/innen der 50 Km und des Marathons. Ich kann allerdings nicht erkennen, wer auf welcher Strecke unterwegs ist.

Beim Vp 6 in Katzental trennen sich die Ultrastrecke und der Marathon. Der Weiterweg führt schnurgerade am Bach entlang nach Unterschefflenz. Weil längere Zeit keine Markierung kommt und 2 Wege abbiegen, bin ich etwas unsicher und gehe ein kurzes Stück zurück. Ein Läufer bestätigt mir aber die Richtigkeit und schon paßt es wieder. Am Ortsrand biegt die Strecke nach rechts ab und wir müssen einen längeren Anstieg hinauf.

Danach verläuft die Strecke etwa 2,5 Km durch Wiesen und Felder, bis ein Waldrand erreicht ist. Kurz darauf passiere ich den nächsten Vp an einer Unterstandshütte, die ein bißchen an eine Pagode erinnert. 

Nach der Walddurchquerung folgt eine lange Gerade über eine freie Fläche auf Katzental zu. Oberhalb vom Ort werden die Strecken wieder zusammengeführt und die Ultraschleife ist (zum 1. Mal) beendet.

Nach einer Rechts - Links - Rechtskombination erreiche ich Waldmühlbach und im Ort den 8. Vp. Hier komme ich mit einem (vermeintlichen) Helfer in ein nettes Gespräch. Bei meinem 2. Vorbeikommen bietet er an, die letzten gut 6 Km mit mir zusammen zurückzulegen. Wenn der Zeitpunkt hinhaut, können wir nochmal darüber reden und dies umsetzen.

Nach der Ortsdurchquerung mit einer kurzen Waschpause am Dorfbrunnen muß ich einen Anstieg hinauf und drüben eine Serpentinenstraße wieder hinunter. Die 45 Km - Marke ist passiert.

Eine Hauptstraße ist zu überqueren und rechts sieht man die Schefflenz wieder. Einen knappen Km weiter komme ich praktisch von einer anderen Seite nach Billigheim hinein und erreiche den 9. Vp. Die Helfer begrüßen einen 50 Km - Teilnehmer und mich mit Beifall. Ich bedanke mich dafür. 

Über einen Höhenweg oberhalb der linken Bachseite erreiche ich Allfeld und nach der Ortsdurchquerung die Sporthalle. Für die Streckenhälfte habe ich ca. 7.20 h benötigt. Das heißt, alsbaldiges Weitergehen. Aus meinem Auto hole ich noch ein Paar Socken... .

100 Km in 2 Runden, das bedeutet, man kann sich auf das noch Kommende einstellen. Ein paar hundert m nach der Sporthalle schmiere ich nochmal unter den Achseln, den Brustwarzen sowie am Hinterteil nach, vergewissere mich aber vorher, daß niemand vorbeikommt bzw. zusieht. Nach dem Gangwerk schaue ich bewußt nicht, weil sich bestimmt schon einige Zehenpflaster gelöst haben und neue anbringen zeitaufwändig und eher sinnlos wäre.

Der Regen hatte zwischendurch nachgelassen, aber jetzt kommt nochmal eine Dusche ohne Reinigungswirkung. Der Aufstieg aus dem Tal ist besonders schlammig. Irgendwann weicht man gar nicht mehr aus, weil es eh schon wurscht ist... :-)

In einem Feld hat man eine Pumpe installiert und versucht, den Wassermengen irgendwie Herr zu werden.

Am 1. Vp unterhalte ich mich mit den beiden Helfern, nach mir können sie Feierabend machen und abbauen. In der Senke danach steht eine Bachdurchwatung an, Augen zu und durch, notfalls mit Schwimmbewegungen beginnen... ;-))

Ungefähr beim Erreichen des 2. Vp (Km 62) hört der Regen ganz auf. Die Abbauarbeiten sind schon im Gange, für mich ist trotzdem gut gesorgt. 

Etwa 1 Km vor dem Ende der Schleife denke ich kurz an eine Fata Morgana, weil ich vor mir einen Läufer mit gelber Kappe sehe. Am Vp habe ich zu ihm aufgeschlossen und es handelt sich tatsächlich um einen Mitstreiter mit der Startnummer 47. Unseren "Positionskampf" tragen wir bis zum letzten Berg vor Sulzbach aus, dann kann ich mich absetzen. 

Am Vp werde ich gefragt, ob nach mir noch Jemand kommt. Das kann ich bestätigen. Aber scheinbar sind die Helfer nicht informiert oder gehen davon aus, daß die Startnummer 58 ebenfalls noch im Rennen ist. Dieser Läufer hat allerdings, wie schon vorhin erwähnt, bei Km 19 aufgehört.

Ich gehe weiter und auf der Straße, die aus Sulzbach hinausführt, begegne ich zwei Frauen und komme kurz mit ihnen ins Gespräch.  

Auf der freien Fläche vor Billigheim kann man gut 2 Km zurückblicken, mein "Nachfolger" taucht aber nicht auf.

Im Autohaus fragt mich der vermeintliche Helfer von Waldmühlbach, (in Wirklichkeit ist er der Veranstaltungschef, was ich nach wie vor nicht registriere, dafür entschuldige ich mich ausdrücklich) ob ich das Zeitlimit einhalten kann. Knapp über 4 h für die restlichen 22 Km sollten doch ausreichen. Er will die Helfer an den restlichen Vp früher abziehen und so "entwickeln" wir einen Plan mit 2 denkbaren Varianten.

A) auf jeden Fall zum Vp in Katzental, bei später Ankunft soll ich die "Abkürzung" auf den Marathon machen.

B) bei früherer Ankunft darf ich die Ultraschleife absolvieren. An den Vp werden Essen und Getränke sowie ein Zettel hinterlassen, auf dem ich meine Durchgangszeiten eintrage.

Damit kann man leben...

Mein Kampfgeist ist geweckt und ich bemühe mich um Tempo. Der Vp Katzental ist im Betrieb und ich unterhalte mich sehr nett mit den jungen Helfern. Auf dem Rad -/Fußweg erkundigt sich der Streckendienstler auf einem Motorroller, ob alles in Ordnung ist. 

Ja, es paßt... 

Auf der freien Fläche begegne ich dem Chef Gerhard, er will nach mir schon (teilweise) abschildern und bietet zusätzlich die Versorgung aus dem Auto heraus an. Ich frage nach der Uhrzeit und bin weiterhin auf einem guten Weg... .

Der Wald ist wegen tiefer Matschstellen nicht so gut begehbar und ich kann mir vorstellen, da mit dem Auto durchfahren bedeutet schon ein gewisses Risiko. Ich kenne die Auflagen nicht, bis wann die Abschilderung erledigt sein soll. Bei den Wetterbedingungen zeigen Waldbesitzer und der Förster aber bestimmt mehr Toleranz.

Die Stelle des Vp Waldmühlbach passiere ich um 20.15 Uhr und 40 min  später erreiche ich die in Billigheim. Dort kommen sogar die Helfer vorbei und eine weitere Unterhaltung ergibt sich. 

1,5 Km vor dem Ziel treffe ich nochmal den Rollerfahrer.

Nach 15.33.47 h überschreite ich die Ziellinie. Eine Delegation aus Helfern und zwei anwesenden Mitstreitern (Karlheinz und Walter aus Würzburg, den ich vom Sehen her kenne) empfängt und beglückwünscht mich, vielen herzlichen Dank dafür und Gratulation zurück. Eine Besonderheit und ich finde tolle Idee ist ein persönliches Zielband/Transparent, das hochgehalten wird.

 

 

                 

                              Das sehe ich als Auszeichnung an

 

In der Halle entstehen weitere Fotos und ich erhalte die Urkunde, dann suche ich die dringend notwendige Dusche auf. Das Ziel habe ich ultradreckig erreicht, einiges mitgenommen. Was für eine Wohltat und ich kann mich nur wiederholen, daß man sich danach fast wie ein neuer Mensch fühlt... :-)

Als man hört, von woher ich angereist bin, bietet man mir an, in der Halle zu übernachten. Wegen meiner Nebentätigkeit kann ich das (leider) nicht annehmen. Erst in der Früh heimfahren, das haut zeitlich nicht hin.

Nach der Verabschiedung von alten und neuen Bekannten breche ich gegen 22.45 Uhr zur Heimfahrt auf. (Sie ist von mehreren Pausen unterbrochen)

                                            02/06/2013:

Ich erreiche Kaufbeuren kurz vor 3.00 Uhr.

 

                                              Mein Fazit:

Der Schefflenzer Ultralauf ist von Läufern für Läufer eingerichtet und auch Marschierer und Walker sind hier herzlich willkommen und gut aufgehoben. Beispielhaft sind die familiäre Atmosphäre, die Fürsorge und die Freundlichkeit. Die Veranstaltung empfehle ich gerne weiter und überlege schon, im nächsten Jahr ein Wiederholungstäter zu werden.
 

 

 

 

 

 

 

 

   

 

 

 

 

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