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                                       33. Ultramarathon:

                           Iserlohner Stadtwerke - Lauf

                  24 h - Benefizlauf am Seilersee

                            26. - 29. April 2013

 

                                               Vorgeschichte:

 

24 h lang zu Fuß unterwegs zu sein, das ist schon eine besondere Herausforderung. Dieser wollte ich mich erneut stellen. Im letzten Jahr hatte ich mich beim Iserlohner Stadtwerke - Lauf zwar angemeldet, aber leider kurzfristig vor dem Start absagen müssen.  Mein Ersatzmann für meine Nebentätigkeit hat mitgeteilt, daß er wegen einer Familienfeier nicht zur Verfügung steht. Das muß man so akzeptieren und kann nichts dagegen machen oder sagen. Die bezahlte Startgebühr ging dann abzüglich einer Unkostenpauschale aufs Spendenkonto ein. Nichts gegen eine Spende für den guten Zweck, aber in der Höhe war sie nicht gedacht.

Für die Veranstaltung 2013 habe ich mich dann im September 2012 angemeldet und mich frühestmöglich um Ersatz bemüht. Er wurde mir schließlich gestellt. 

Weitere Gründe, warum ich mich für Iserlohn entschieden habe, sind die familiäre Atmosphäre, die tolle Versorgung und weil in der Ausschreibung eine eigene Walking - Wertung angekündigt wurde. 

Als Vorbereitung und sogenanntes Abschlußtraining habe ich im März an einem IVV - Marsch über 50 Km und vor zwei Wochen am Defi des Seigneurs (beide in den Nordvogesen) teilgenommen. Der Defi ist von den Bedingungen her nur sehr bedingt geeignet, weil er fast nur durch bergiges Gelände führt. Das Langstreckengefühl wird aber vermittelt.

Neben mir werden von den WF Großaitingen nur Walter und Dragica starten. Sepp macht ein Krankenhausaufenthalt mit anschließender Reha einen Strich durch die Rechnung. Seine Parkinson - Medikamente haben ein großes Darmproblem verursacht, daß eine Operation notwendig wurde. Biggi will ihn verständlicherweise nicht allein lassen. Andi und Stephan haben die IVV/IML - Veranstaltung von Boras/Schweden auf dem Plan. Von Manne habe ich schon lange nichts mehr gehört, er hat allerdings angedeutet, daß ihm derartige Veranstaltungen eigentlich nicht "taugen".

 

                                                26/04/2013:

 

Gegen 12.40 Uhr fahre ich von Zuhause ab und nach Bad Wörishofen. Biggi hat mich am Vormittag angerufen, sie haben im letzten Jahr einen Geschenkgutschein von einem Laufladen erhalten, den sie nicht einlösen können. Weil man nie so genau weiß, wie lange er gültig ist, will sie ihn mir mitgeben. Ich werde ihn für ein "Reagedächle" (Regenmütze) nutzen.

Der Wetterbericht hat für heute nachmittag/abends einen Temperatursturz und regnerisches Wetter angekündigt. Für das Wochenende sieht es nicht unbedingt besser aus. Schön langsam wird das typisch, wenn man etwas vorhat, der Wettergott mag anscheinend die Arbeitgeber lieber... ;-)

Es hilft aber nichts, man muß sich zwangsläufig darauf einstellen.

Ich fahre nach etwa 20 min weiter, über Memmingen und Ulm nach Kitzingen. Dort will ich für ein "Eindappen" den permanenten Wanderweg absolvieren. Der Start soll in einem Lokal in der Markgrafenstraße sein. Ich gehe um die Altstadt herum und durch die Fußgängerzone, finde sie aber nicht. Nach einer knappen h bin ich wieder am Parkplatz und beschließe, den PW ein anderes Mal zu wandern. Aus Unachtsamkeit fahre ich auf der falschen Seite aus dem Ort und muß deshalb nach Marktbreit und zur Autobahn zurückfahren. Ein Grund mehr, das Navigerät beim nächsten Mal einzusetzen.

Baustellen gibt es wohl zur Zeit recht viele und der Berufsverkehr spielt am Freitagnachmittag eine Rolle. Die Route führt über Würz -, Aschaffenburg (etwa ab hier fängt es zu regnen an), Gießen und Siegen. Hier hat sich ein Stau gebildet und ich lege eine Cappuccino - Pause in einem Rasthof ein.    

Die Ankunft in Iserlohn ist um 20.35 Uhr und ich stelle das Auto gegenüber dem Sportplatz ab. Leider kann die Sporthalle, wie es 2011 der Fall war, heuer nicht zur Übernachtung benutzt werden und im Sportheim scheint alles dunkel zu sein, wie ein anderer Teilnehmer und ich feststellen müssen. Also gehe ich zuerst mal zum Schleddenhof hinüber um das Weitere abzuklären. Ich habe, sollten alle Stricke reißen, ein Zelt dabei. Ehrlich gesagt, hält sich die Lust darauf aber in Grenzen. Auch ist die Nacht im Auto nicht prickelnd. Für die Jugendherberge (sie wäre ca. 20 Km entfernt) ist es schon zu spät.

Bernd, der Veranstaltungschef, erkennt mich sofort und spricht mich mit meinem Spitznamen an. Das ist nach 2 Jahren für mich erstaunlich. Dragica, Walters Tochter Petra und er sitzen beim Abendessen und ich setze mich dazu. Später erhalte ich meine Startunterlagen. Ich sehe noch ein paar bekannte Gesichter. Im Gespräch stellt sich heraus, daß sie in einem Hotel übernachten und als ich ihnen von meinen (Un -)möglichkeiten berichte, bewegen sie mich dazu, es ihnen gleichzutun.

Nachdem der Magen versorgt ist, gehen wir die etwa 1,2 Km zum Hotel. Ich hole noch unterwegs die Sporttaschen aus dem Auto. Bald danach kann ich mich langlegen und ausstrecken. Das tut gut... .

 

                                                27/04/2013:

 

Der Dauerregen ist von einem Nebelnässen mal vorerst abgelöst worden. Ich stehe kurz vor 8 Uhr auf und gehe ins Erdgeschoß. Den Frühstücksraum muß ich erfragen. Man hätte auch beim Veranstalter bzw. in dem Zelt vom Schleddenhof frühstücken können. So paßt es aber natürlich auch.

Eine dreiviertel h später sind auch mein Vereinskamerad/in wach. Petra (sie startet unter ihrem Wohnort) und Walter werden wie ich an den 24 h teilnehmen, Dragica macht wieder als Freerunnerin mit. Hierbei muß man sich auf nichts festlegen, bei den Stundenwettbewerben besteht aber auch kein Zwang. Man kann sich das frei einteilen: entweder voll durchmachen oder gemütlich angehen, bei den 24 h ein paar h schlafen.

Dann gehe ich hoch zum Zimmer und richte mein Zeug zusammen. Ich gebe den Zimmerschlüssel ab und bringe die Taschen zum Auto. Dort bereite ich die letzten Dinge vor und gehe dann zum Stand des Laufladens und hole mir das "Dächle". Ich erhalte es im Tausch mit dem Gutschein, der Preis wird ermäßigt. Dieses Mal ist nur eine Startnummer zu tragen, der je nach Wettbewerb eine Farbe zugeordnet und die personifiziert ist.

Ich treffe auf meine guten Bekannten Ruth und Harry. Einige weitere Teilnehmer kenne ich vom Sehen. Gegen halb 12 Uhr begebe ich mich zum Start unter der Autobahnbrücke. Nach und nach finden sich die Einzelstarter (6 und 24 h, Freerunner) und die ersten Staffelläufer ein. Der 12 h - Wettbewerb wird um 18 Uhr gestartet. Eine kurze Ansprache und gegenseitiges Glückwünschen folgt, dann fällt der Startschuß.

Die ersten Runden brauche ich, das für mich richtige Tempo zu finden. Durch die neue Zeitnahmefirma gibt es die Engstelle der Rundenzählanlage nicht mehr. Die Temperatur erreicht nach meinem Empfinden kaum 10°C, ein unangenehmer Wind läßt mich meine Jacke anbehalten, aber es bleibt trocken. 

Gleichzeitig finden auch die Kinderwettbewerbe auf einer eigenen Runde statt und mir fällt auf, daß es ihnen allen, ob alleine, an der Hand der Eltern oder Geschwister oder geschoben im Kinderwagen einen Riesenspaß zu machen scheint. Genau so solls doch auch sein.

Nach etwa 3,5 h wird mir die Jacke zu warm und ich ziehe stattdessen am Auto ein 2. T - Shirt an. Der Wind hat auch nachgelassen.

 

                                                          

                            

                 

Dieses Foto habe ich aus der Fotostrecke von Frau Susanne Alexi entnommen und ich bedanke mich herzlich bei ihr dafür, daß ich es auf meiner Homepage veröffentlichen darf.  

 

Nach 6 h liege ich bei ca. 44 Km, in etwa so wie 2011. Es ergeben sich auch immer wieder Wortwechsel mit Teilnehmern, den Helfern und auch Zuschauern, das macht die Sache nicht so eintönig. Die 50 Km - Marke erreiche ich nach genau 6.48 h. Eine Runde später gehe ich zum Auto und ziehe dort ein Sweatshirt über, weil es einfach kälter und bald dunkel wird. 

Ich habe an der Verpflegungsstelle das Malzbier entdeckt und ich nehme mir vor, daß es alle 5 Runden eine Flasche als kleine Belohnung geben wird. Die Auswahl ist allgemein groß, man kann sich nach Lust und Laune durchessen und - trinken. 

Km 70 ist nach 9.55 h erreicht. Die Strecke ist recht gut ausgeleuchtet, allerdings wird am Sportplatz das Flutlicht erst etwa um 22.10 Uhr eingeschaltet. Ich sehe in der Folgezeit ein paar Läufer mit Stirnlampen, was mich ein wenig wundert.

Bei mir "läuft" es zäher und meine Rundenzeiten verlängern sich auf etwa im Schnitt 16 - 17 min. 

 

                                                 28/04/2013:

 

Weil die Temperatur nochmal deutlich nach unten gegangen ist und man sogar Handschuhe vertragen könnte, hole ich kurz nach 0.30 Uhr die Jacke aus dem Auto und ziehe das feuchte Sweatshirt aus. Auch die T -Shirts werden gewechselt. Es bleibt aber weiterhin trocken, meine Befürchtungen wegen Regens haben sich gottseidank nicht bewahrheitet.

Die 100 Km - Marke wird von mir nach 14.49 h überschritten und jetzt kann man sagen, was man will, das Endergebnis ist und bleibt dreistellig. An der Verpflegungsstelle meint Bernd, warum ich denn kein Schild auf die nächste Runde mitgenommen hätte. Ganz einfach, das sieht jetzt kaum jemand. Aber Du machst schon weiter? Ja! Wenn ich 125 Km erreicht habe, dann werde ich eine "tragende Rolle" spielen, das nehme ich mir vor.

Ich lerne Stefan aus Ansbach kennen, der an den 12 h teilnimmt. Wir unterhalten uns recht nett. Auch treffe ich immer wieder mal auf Harry und Walter.

Etwa um 4.20 Uhr bemerke ich, daß es unter beiden Zehenballen reibt, daraufhin suche ich mein Auto auf und ziehe mühsam Schuhe und Socken aus, dann wird ordentlich in den Cremetopf und anschließend neuen Socken gegriffen. Mein Blick fällt aufs Thermometer, 1, 5°C werden angezeigt, oben auf dem Autodach ist Raureif. Es vergehen gut 20 min, bis ich wieder startklar bin. 

Wie auch schon 2011 ist in der Nacht auf der Strecke insgesamt eher wenig los gewesen. Nach und nach steigt die Teilnehmerzahl wieder an.  

Gegen 7.30 Uhr habe ich die 125 Km erreicht, aber im Karton an der Rundenzählung finde ich das dementsprechende Schild nicht, es scheint gerade unterwegs zu sein. Ich muß noch 2 Runden abwarten, bis ich es mitnehmen kann. Es bringt ein bißchen Ruhm und Ehre ein... :-)

Das Wetter hat mitgemacht und jetzt um 8.15 Uhr kommt sogar die Sonne heraus. Von daher haben wir außer der eiskalten Nacht keinen Grund, uns zu beschweren. 

In den letzten drei h führe ich viele nette Wortwechsel mit anderen Teilnehmern, den Helfern und auch Zuschauern. Es gelingt mir, eine gewisse Gleichmäßigkeit hinzubringen.

Bewundern muß ich den Barfußläufer Jesko, der sogar auf den Kiespassagen läuft. Seine Hornhaut an den Füßen hätte ich auch gerne... .

Ich freue mich riesig, als ich 27 min vor dem Ende die 84. Runde durchmarschiert und damit 150 Km erreicht habe. Das Schild ist nicht da, weil es kurz vor mir Thomas mitgenommen hat. Es ist aber sowas von egal, ich schnappe mir kurzerhand die 2 x 75 Km!! :-)))))

 

  

              

 

Ich beschließe, nur noch gaaaanz gemütlich mit einer Verpflegungsaufnahme bis zur 2. Bank an der Tartanbahn (meine Jacke habe ich dort abgelegt) zu gehen und hier die 24 h zu beenden. Thomas und ich beglückwünschen uns und ich nehme mir ein Malzbier mit... .

Ein Mitstreiter gesellt sich zu mir und wir warten zusammen auf die Restmetervermessung. Nachdem sie erfolgt ist, schleiche ich aufgrund der Blasen zur Verpflegung zurück. Ein Helfer übernimmt für mich das Abgeben des Chips, dafür bin ich ihm sehr dankbar. Bis zur Siegerehrung kann ich herunterfahren, mich frischmachen, die Schilder fotografieren und danach gebe ich sie bei Bernd persönlich ab. Es ist auch genug Zeit für Unterhaltungen mit alten und neuen Bekannten:

                   DIE POSITIV VERRÜCKTE GROßFAMILIE

Ich persönlich bin froh, daß ich dazugehöre und hoffe, daß sich mit dieser Bezeichnung niemand auf den Schlips getreten fühlt.

Sehr gute sportliche Leistungen sind erbracht worden, 5 Männer haben über 200 Km zurückgelegt und es gab einen deutschen Rekord im 12 h - Lauf Altersklasse W 60. Meinen Respekt und herzliche Gratulation an alle Mitstreiter/innen!! 

Auch von mir ein großes Lob an Bernd, Stefan und das gesamte Helferteam, ohne Euch wäre die Ausübung unserer Leidenschaft absolut unmöglich!!

Ich entschließe mich zur direkten Heimfahrt auf der gleichen Route, u. a. auch deswegen, weil ich nicht mehr genug Wechselwäsche dabei habe. Es waren ursprünglich mehrere PWe im Raum Köln geplant.

Auf dieser muß ich mehrere und längere Dös -, Eß -, Trink - und Ausruhpausen einlegen, weil bei mir beim Autofahren nach solchen Ultramärschen Knieschmerzen auftreten, die sich dann durch Umhergehen für einige Zeit wieder lindern lassen. 

                                             29/04/2013: 

Ich erreiche Kaufbeuren um 1.45 Uhr.

 

                      Noch eine Anmerkung in eigener Sache:

Ich habe eine Unterhaltung von 2 Läufern mitgehört und sie meinten, daß ich ein neuer Strongwalker wäre. Diesen Namen hat sich Martin aus Hamburg ausgesucht und er soll ihn gerne behalten. Man kennt mich unter C.M.A., das ist die Abkürzung von Centurion Manneus Asparagus oder einfach nur Manne. Spaßeshalber füge ich gerne mal Spaziergänger an, zu dieser Bezeichnung stehe ich. Weitere Erklärungen lassen sich hier auf meiner Heimatseite finden.

  

Die Einzelergebnisse der Mitglieder und Verwandten der WF Großaitingen:

Walter: 122,151 Km in 24 h, Gesamtplatz: 42, AK - Platz M60: 2

Dragica: 39,32Km als Freerunnerin.

C.M.A.: 150,572 Km in 24 h, Gesamtplatz: 19, AK - Platz M45: 4    

       = 1. Platz in der Walking - Wertung bei leider nur 2 Teilnehmern

Petra: 74,82 Km in 24 h, Gesamtplatz: 100, AK - Platz W40: 8 

 

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